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Die Insel No.10 liegt dort, wo der Staat Kentucky, durch den Mississippi getrennt, südwestlich an den Staat Missouri stößt, etwas südlich von New Madrid. Die Sezessionisten hatten hier starke Erdwerke aufgeworfen, auch lagen in der Strombiegung sechs ihrer Kanonenboote, welche die flachen Ufer bei dem hohen Wasserstand ringsum beherrschten.
Generalmajor Pope war von St. Louis aus nach New Madrid beordert worden. Unter unsäglichen Mühseligkeiten drang sein Heer durch die Sümpfe, die den Platz umgeben. "Die Soldaten", so wurde berichtet, "wateten im Schlamm, aßen im Schlammm, schliefen im Schlamm und waren, soweit das Auge reichen konnte, nur von Schlamm, Sumpf und Wasserpfützen umgeben." Die Befestigungen waren indessen stärker, als man erwartet hatte. Pope mußte von Cairo Belagerungsgeschütze kommen lassen. Bei oint Pleasant wurde eine starke Batterie aufgepflanzt, um die Verbindung der Konföderierten mit dem unteren Mississippi abzuschneiden. Die Geschütze wurden unter grossen Schwierigkeiten aufgestellt und drei südliche Kanonenboote sofort so zerschossen, dass sie dienstuntauglich wurden. Nachdem die Beschiessung einige Stunden angedauert hatte, floh die sezessionistische Garnison von New Madrid auf die Insel No.10. In die Hände der Bundestruppen fielen 33 Kanonen und zahlreiche Waffen nebst Munition.
Am 15. März 1862 erschien Admiral Foote mit sechs Panzerschiffen und elf Mörserbooten und begann am 17. das Bombardement der Inselfestung. Der Erfolg war aber sehr gering. Dreitausend Kugeln wurden auf das Eiland geworfen, ohne sonderlichen Schaden anzurichten. Die übereinander angelegten Verteidigungswerke konnten durch einen Frontalangriff nicht vernichtet werden. Was war zu tun ? Die LAge der Dinge war diese. Am unteren Mississippi unterhalb der Inselfestung auf der westlichen Flußseite in New Madrid, Missouri, lagerte General Pope mit 20.000 Mann. Gern hätte Pope mit seinem Heer den Feind im unbefestigten Rücken gefasst. Daran hinderten ihn aber die auf der Kentucky Flußseite gegenüberliegenden Küstenbatterien und eine der Insel vorgelagerte schwimmende Batterie der Feinde. Vom Norden her bombardierte die Flottille Footes in möglichster Nähe der Insel deren Befestigungen, aber ohne sie zu zerstören. An den Batterien der Feinde vorbeizudampfen, schien auch ein wahnwitziges Unternehmen zu sein. Da war guter Rat teuer. Doch der Yankee läßt nicht leicht den Mut sinken. Brigadegeneral Schuyler Hamilton, der unter Pope diente, entwarf einen orginellen Plan, um die Uferbatterien der Gegener, die zwischen der Inselfestung und New Madrid auf der anderen Seite des Stromes lagen, zu umgehen und diese selbst, wie die Inselbefestigung, im Rücken anzugreifen. Er ließ zwischen der Insel No.8 und der Stadt New Madrid einen Kanal graben. Die Armee arbeitete Tag und Nacht an dem 50 Fuß breiten und etwa 10 Meilen langen Graben. Die Blösung der Beschäftigten erfolgte so, dass keine Unterbrechung eintrat. In 90 Tagen war das Werk vollendet. Der Mississippi füllte mit grosser Gewalt die künstliche Wasseerstrasse, welche die Transportschiffe nun ungehindert durchziehen konnten.
Doch wie sollten diese angesichts der gegenüberliegenden Küstenbatterien des Feindes bei New Madrid landen und mit Pope Verbindung herstellen ? Da schaffte Kapitän Walke, der das Kanonenboot Carondelet befehligte, Rat. In der Nacht des 4. April während eines starken Gewitters leitete er sein Schiff, das sich an seiner den Kugeln der Feinde ausgesetzten Seite durch ein mit Heuladung versehenes Boot einigermassen gedeckt hatte, an den kugelspeienden Batterien der Feinde glücklich vorüber. Zwei Tage darauf folgte der Carondelet ein zweites Panzerboot, die Pittsburgh. Nun waren alle Schwierigkeiten gelöst. Zunächst began die Beschiessung der Landbatterien. Während eines fürchterlichen Regensturmes warf Pope seine Truppen auf das andere Ufer und stürmte die Batterien vom Rücken her.
Die Konförderierten flohen in die Sümpfe, wurden indes umzingelt und gefangen genommen. Nun ging´s gegen die Inselfeste. Auch diese kapitulierte, als sie sich im unbefestigten Rücken angegriffen sah. Groß war die Siegesbeute Footes und Popes. 3000 Soldaten mit drei Generälen und 273 Offizieren, eine schwimmende Batterie, 100 Belagerungsgeschütze und zahlreiches Kriegsmaterial waren die Frucht des ohne wesentliche Opfer erkauften Sieges. Die Union verlor bloß 51 an Toten und Verwundeten. Der Süden stöhnte bei dieser Trauerbotschaft vom 8.April laut auf.
Die Einahme dieser Inselfeste sollte Admiral Footes letzte Waffentat im Westen sein. Krankheit brach unter seiner MAnnschaft aus, so dass ein drittel derselben darniederlag. Foote selbst war krank und konnte sich von seinen bei Fort Donelson (seine Flotte nahm auch bei der Schlacht bei Belmont und Fort Henry teil) erhaltenen Wunden gar nicht erholen. Er kam daher um temporären Abschied vom Dienst ein; derselbe wurde ihm am 9.April gewährt. Kommodore Davis folgte ihm im Kommando.
General Pope zog ungesäumt den Strom hinunter, um auch das oberhalb Memphis gelegene Fort Pillow den Feinden zu entreissen. Da erhielt er plötzlich Befehl, zu der Armee zu stoßen, die gegen die zweite strategische Linie der Konförderierten unter Halleck selber im Anmarsch auf Corinth begriffen war. Davis musste allein mit seiner Flotte dem Feinde in Fort Pillow entgegendampfen.
Monitor vs. Merrimac (im Aufbau)